Brutaler Polizeieinsatz vor Ostkurvensaal

Heute kam es nach dem Last-Minute-Sieg gegen Augsburg zu einem brutalen Polizeieinsatz vor dem OstKurvenSaal. Mehrere Werder-Fans wurden insbesondere durch den willkürlichen Einsatz von Pfefferspray schwer verletzt.

Vor einigen Monaten waren Werder-Fans beim Spiel in Wolfsburg von einem gewalttätigen Polizeieinsatz betroffen. In den vergangenen Wochen kam es immer wieder zu Einschüchterungsversuchen seitens der Polizei gegenüber Werder-Fans sowie Zugriffen zur Identitätsfeststellung. Heute jedoch zeigte sich eine noch ungekannte Härte: Die Maßnahme ereignete sich auf dem Stadiongelände direkt im besonders sensiblen Rollstuhl-Eingangsbereich und betraf eine Traube von Menschen, die gerade das Stadion verließ.

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[Spendenaufruf] Nach Polizeigewalt in Wolfsburg: Verfahren gegen Werder-Fans eingeleitet

Moin Grün-Weiße,

viele von euch werden sich noch gut an das letzte Auswärtsspiel unseres Vereins beim endlich wieder zweitklassigen VfL Wolfsburg erinnern. Der Grund dafür dürfte aber vermutlich nicht der für unseren Klassenerhalt so wichtige Auswärtssieg sein, sondern die massive Polizeigewalt am Einlass vor dem Spielbeginn.

Wer sich nicht mehr erinnert: Nachdem ein junger Werder-Fan, welcher eine gewöhnliche Fahnenstange hielt, das Drehkreuz längst ordnungsgemäß passiert hatte, wurde dieser im Bereich des Treppenaufgangs im Wolfsburger Gästebereich wüst von einem Ordner gegen die Plexiglasscheibe gedrückt und körperlich angegangen. Nachdem andere Fans auf das rabiate Vorgehen des Ordners aufmerksam wurden, wollten diese dem Betroffenen beistehen. Eine dynamische Situation entstand, in der polizeiliche Einsatzkräfte mit Faustschlägen auf Kopfhöhe und im Bereich der Nackenpartie in die erste Reihe der Fans einzuschlagen begannen. Dabei wurden auch auf die Rückenpartie bzw. die Hinterköpfe von Fans geschlagen, welche sich bewusst defensiv weggedrehten und erfolglos versuchten, dem gewaltsamen Vorgehen auszuweichen. Im Verlauf konnten wir auch Schläge und Tritte auf bereits am Boden liegende Personen dokumentieren. Im Außenbereich wurde zudem Pfefferspray eingesetzt.

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Auskunftsersuchen gegen Leipzig: Hol dir deine Daten zurück!

Wer regelmäßig zum Fußball fährt, weiß: Auch ohne eigenes Zutun kann man jederzeit in den Fokus der Polizei geraten. Wenn die Polizei erst einmal deine Daten im Zusammenhang mit einem Vorfall gespeichert hat, führt leicht jeder weitere Kontakt mit der Polizei zu weiteren Speicherungen. Viele Fans sind so Zielobjekt von Gefährderansprachen oder gar von Ausreise-, Aufenthalts- und Stadionverboten geworden, ohne je eine Straftat begangen zu haben.

Auch im normalen Alltag kann es bei Verkehrskontrollen oder Urlaubsreisen höchst unangenehm werden, wenn du als „polizeibekannt“ giltst. Darum solltest du immer wissen, welche Informationen die Polizei über dich gespeichert hat. Nur dann kannst du frühzeitig dafür sorgen, dass rechtswidrig gespeicherte Daten gelöscht werden, bevor sich immer mehr vermeintliches Polizeiwissen über dich ansammelt. Keinesfalls solltest du dich darauf verlassen, dass sich die Polizei von sich aus an Recht und Gesetz hält. Das haben die Datenschutzskandale bei der Polizei Bremen hinreichend bewiesen.

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Erfolg vor dem Verwaltungsgericht: Präventivhaft gegen Werder-Fan war rechtswidrig – gleich dreifach

Das Verwaltungsgericht Bremen hat festgestellt, dass die Präventivhaft, in die eines unserer Mitglieder vor dem Heimspiel gegen den 1. FC Köln am 20. Mai 2023 genommen wurde, rechtswidrig war – und zwar gleich aus drei Gründen: Es fehlte an einer hinreichenden Gefahrenlage, es hätten gegebenenfalls zunächst mildere Maßnahmen wie ein Platzverweis gewählt werden müssen, und der Richtervorbehalt wurde missachtet. Am vergangenen Freitag wurde die schriftliche Urteilsbegründung zugestellt – und die hat es in sich.

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Workshop: Fanrechte von Minderjährigen

Moin Werder-Fans,

am kommenden Freitag veranstaltet das Fan-Projekt Bremen in Kooperation mit der Grün-Weißen Hilfe eine besondere Veranstaltung, in der es um Fanrechte von Minderjährigen geht.

Die Wahrscheinlichkeit, mit polizeilichen Maßnahmen in Berührung zu kommen, dürfte für Fußballfans selbst an einem gewöhnlichen Bundesliga-Spieltag um ein Vielfaches höher sein, als in den meisten sonstigen Lebensbereichen. Dies gilt auch für jugendliche Fans, die in diesem Zusammenhang häufig erstmals überhaupt in Kontakt mit Polizei und Justiz geraten. Vor diesem Hintergrund soll der Workshop grundlegende rechtliche Kenntnisse sowie praktische Verhaltenstipps vermitteln und einen Austausch über entsprechende Erfahrungen ermöglichen. Ein besonderes Augenmerk wird auf den Besonderheiten liegen, die für minderjährige Betroffene bestehen.

Der Workshop richtet sich insbesondere an Minderjährige, es können aber auch junge Erwachsene teilnehmen. Das Angebot ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht notwendig. Los geht’s um 17 Uhr im OstKurvenSaal.

Neues Solishirt

Zur Unterstützung unserer Arbeit haben wir ein neues Solishirt aufgelegt. Erhältlich ist das T-Shirt ab kommenden Samstag gegen den HSV. Unseren Infostand findet ihr gegenüber vom OstKurvenSaal. Die Shirts gibt es in den Größen S – 3XL, solange der Vorrat reicht.

Grün-Weiß hält zusammen!

Stellungnahme zum Auswärtsspiel in Wolfsburg

Irritiert haben wir den Pressemitteilungen der Polizei Wolfsburg und des VfL Wolfsburg vom Samstagabend entnommen, dass der vermeintliche Auslöser des Konflikts der Versuch gewesen sein soll, einen nicht zugelassenen Gegenstand ins Stadion zu schmuggeln. Diese Darstellung deckt sich nicht mit unseren Beobachtungen.

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Massive Polizeigewalt in Wolfsburg

Die Grün-Weiße Hilfe kritisiert den aktuell laufenden Polizeieinsatz am und vor dem Gästeblock beim Auswärtsspiel in Wolfsburg! Wie schon bereits in Vergangenheit bei uns oder bei Fans vom 1. FC Union Berlin tritt die Wolfsburger Polizei mit einem massiven Aufgebot & einem aggressiven Vorgehen in Erscheinung.

Aus uns bisher unbekannten Gründen kam es von Seiten der eingesetzten Polizei zu teils massiver Gewaltanwendung. So konnten wir gezielte Schläge auf den Kopfbereich feststellen – auch als bereits eine Person auf dem Boden lag. Zudem wurde eine größere Gruppe von Werder-Fans durch das aggressive Vorgehen der Polizei die Treppe hochgedrängt. Dass es dabei nicht zu schwereren Verletzungen gekommen ist, ist lediglich dem Zufall geschuldet. Auch nachdem sich die Situation wieder etwas beruhigt hatte, konnten wir eskalatives Verhalten, insbesondere wahl- & ziellose Schläge in die Menge, feststellen. Bereits jetzt sind etliche Platzwunden zu verzeichnen.

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Die Lage spitzt sich zu – Leverkusen tief in der Fanunfreundlichkeit

In wenigen Tagen steht unser diesjähriges Auswärtsspiel in Leverkusen an. Ob alle Werder-Fans vor Ort sein werden, ist dabei erneut fraglich.

In den letzten Jahren hat sich eine Praxis bei Bayer 04 etabliert, die Schikane von Fußballfans groß schreibt. An den Toren werden Fans in „stichprobenartige“ Sonderkontrollen gedrängt. Das wollte sich letzte Saison ein Teil der Werder-Fanszene nachvollziehbarer Weise nicht bieten lassen und ist dem Stadion ferngeblieben, trotz gültiger Eintrittskarte. Bereits im letzten Jahr haben wir auf die Kontrollmaßnahmen hingewiesen und die fanfeindlichen Bedingungen kritisiert.

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Einkesselung der Werder-Fans beim Nordderby 2017 war rechtswidrig

Wenn der SV Werder am kommenden Sonntag zum Derby beim Hamburger SV antritt, wird es für nicht wenige Werder-Fans über elf Jahre her sein, dass sie ihren Verein im Volksparkstadion das letzte Mal unterstützen konnten. Die Gründe hierfür liegen nicht nur in der langjährigen Zweitklassigkeit des HSV und den pandemiebedingten Einschränkungen beim letzten Aufeinandertreffen im Februar 2022. Vor allem sorgten massiv überzogene Polizeimaßnahmen sowohl beim Derby im April 2016 als auch im November 2016 sowie zuletzt im September 2017 dafür, dass große Teile der aktiven Fanszene den Gästeblock im Volksparkstadion nie erreichten. Aus vielen guten Gründen war die Fanszene jeweils den freiheitseinschränkenden und gesundheitsgefährdenden Anreisevorgaben der Hamburger Polizei ganz bewusst nicht gefolgt.

Aus dieser Weigerung konstruierte die Polizei den absurden Vorwurf einer „konspirativen Anreise“ und hielt am Spieltag 2017 auf einem Supermarkt-Parkplatz in Stadionnähe 171 Werder-Fans sechs Stunden lang fest – um sie anschließend, eine Stunde nach Spielende, geschlossen zurück nach Bremen zu schicken. Eine machtversessene Schikane, die nicht zuletzt der SV Werder in Person seines damaligen und heutigen Präsidenten Hubertus Hess-Grunewald mit deutlichen Worten kritisierte.

Was bislang nicht öffentlich bekannt war: Der Vorfall beim Derby 2017 hatte auch ein gerichtliches Nachspiel. Zwei der 171 Festgesetzten klagten vor dem Verwaltungsgericht Hamburg. Damals gab es die Grün-Weiße Hilfe noch nicht, doch freundlicherweise wurden die beiden Kläger vom bundesweiten Fanrechtefonds unterstützt. Die Verfahren beim Verwaltungsgericht zogen sich über Jahre hin, da die zuständige Kammer durch zahlreiche Klagen zum G20-Gipfel im Sommer 2017 stark beansprucht war. Erst mit Urteil vom 6. April 2023 stellte das Verwaltungsgericht in beiden Verfahren fest, „dass die nach Durchführung der Identifizierungs- und Durchsuchungsmaßnahmen erfolgte Einschließung des Klägers am 30. September 2017 rechtswidrig war.“ Damit errang Hamburg seit 1986 in der Disziplin „Rechtswidrige Polizeikessel“ mindestens zwei Meistertitel mehr als im Männerfußball – Gratulation an die Elbe. In Sachen rechtswidrige Polizeiaktionen spielt die Stadt nicht erst seit dem G20-Gipfel in der Champions League.

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